Stadthausstrasse 12      8400 Winterthur       052 213 90 00      info@novopede.ch

 

 

Öffnungszeiten:
Mo, Di, Mi, Do:
8:00 - 18:00 Uhr
FR: 8:00 - 15:00 Uhr
Sa: einmal im Monat
8:00 - 18:00 uhr

Haben Sie Hühneraugen?

Naturvölker kennen sie gar nicht --- wenn sie keine Schuhe tragen. Bei uns aber sind Hühneraugen (med./ lat. „clavus“) eine recht häufige Erscheinung. Interessant ist die Frage, was das Hühnerauge mit dem Auge des Huhnes zu tun hat, obwohl mir das im Moment der Pein höchst egal ist. Wir geben hier trotzdem eine Antwort: vermutlich kommt der Ausdruck vom althochdeutschen hörnin ouge = hörnernes Auge. Irgendwie wurde im Laufe der Zeit aus dem „hörnernen“ das „Hühner“ - und das Auge ist ja klar!

HühneraugenHühneraugen treten vorwiegend an Zehen und Fußballen auf. Es beginnt als harmlose Schwiele und kann sich sehr rasch zur schmerzhaften Hornwucherung entwickeln --- dem Hühnerauge. Die häufigste Ursache dafür sind enge Schuhe. Dort wo der Schuh drückt, versucht sich die Haut zunächst durch eine dickere Hornhautschicht zu schützen. Bleibt die Druckstelle (oder Reibung) bestehen, wachsen die Hornschichten schließlich zapfenförmig nach innen – voilà, jeder Schritt schmerzt! Der Hornzapfen drückt auf die darunter liegende, sehr empfindliche Knochenhaut oder auf die Zehengelenke; bereits ein leichter Druck ist äusserst schmerzhaft!

Neben zu engen Schuhen kann auch dauernde Reibung vorstehender Knochen am Schuh der Grund für Hühneraugen sein. Häufig sind Diabetiker und Patienten mit Durchblutungsstörungen davon betroffen. Manche Menschen leiden auch mit zunehmendem Alter unter erheblichen Schmerzen im Fussbereich. Es beginnt unmerklich; im Laufe der Jahre kommt es jedoch zu immer deutlicheren Deformierungen der Füße und der Zehen. Insbesondere Frauen neigen zu solchen Veränderungen, wie der Hammer- oder Krallenzehe oder dem Ausweichen der Großzehe nach außen (Hallux valgus). Ein Hühnerauge kann das erste Anzeichen einer beginnenden Verformung des Fußes oder der Zehen sein. Später führen diese Beschwerden zu entzündlichen Veränderungen mit einer massiven Beschwerdesymptomatik.

Gut gepflegte Füsse sind weniger anfällig für Hühneraugen. Sollten sie dennoch auftreten, kann man durch die Verwendung von Druckschutzpolstern oder –ringen weiteren Druck und Reibung vermeiden (und Schmerzen verringern). Nach dem Bad lässt sich bei kleineren Hühneraugen die Hornhaut mit einem Bimsstein oder speziellen Raspeln vor-sichtig Schicht um Schicht entfernen. Daneben gibt es in der Apotheke Tinkturen und Hühneraugenpflaster. Beide enthalten Salizylsäure, ein Weidenrindenextrakt. Nach einigen Tagen werden die Hornschichten ebenfalls weich und lassen sich mit der Wurzel des Hühnerauges ablösen. Aber Achtung: der Wirkstoff sollte möglichst nicht mit der gesunden Haut in Berührung kommen. Bei Tinkturen sollte man die gesunde Haut rund um das Hühnerauge mit einer fetthaltigen Creme abdecken. Bei hartnäckigen Hühneraugen oder wenn an den Füssen offene, nicht heilende Stellen auftreten, sollte unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Insbesondere Diabetiker und Menschen mit Durchblutungsstörungen sollten für die Fußpflege unbedingt eine Podologin aufsuchen. Die Behandlung von Hühneraugen gehört zu ihrer täglichen Routine.

Nach erfolgreicher Behandlung eines Hühnerauges ist es wichtig, die eigentliche Ursache dafür zu beseitigen, sonst kommt es immer wieder. Das heisst: konsequente Druckentlastung im Schuh. Treten Hühneraugen immer wieder an der gleichen Stelle auf, empfehlen sich Druckschutzpflaster. Einlagen können ebenfalls zur Vermeidung von Hühneraugen beitragen. Noch besser ist es natürlich, Hühneraugen vorzubeugen, indem man möglichst weiche, bequeme und gut passende Schuhe trägt, die den Zehen viel Bewegungsfreiheit lassen. Regelmässige warme Fußbäder mit Apfelessig zum Aufweichen der Hornhaut und die Verwendung von pflegenden, Feuchtigkeit spendenden Fußcremes halten die Hornhaut geschmeidig. Das Herauslösen größerer Hühneraugen sollte auf jeden Fall einer Podologin überlassen werden.

Manchmal werden Hühneraugen mit Warzen verwechselt: wenn immer mehr vermeintliche „Hühneraugen“ auftreten, dann könnte es sich in Wahrheit um Warzen handeln, welche ärztlich behandelt werden müssen.

MITGLIED DES SCHWEIZERISCHEN PODOLOGEN - VERBANDES SPV